accepting rides with strangers

Wieso dem Unbekannten folgen? Die Kunstwerke von Inga Hehn und Esther Strauß entstehen aus der Zuversicht, mit der sie sich dem Fremden anvertrauen. Esther Strauß verschenkt einen 15-minütigen Hand-in-Hand-Spaziergang, hebt das Grab ihres Großvaters mit den Händen aus und begeht jede ihrer Performances ohne Probe und ohne Wiederholung. Inga Hehn erkundet in ihren minimalistischen Papierarbeiten eine Linie nach der anderen, ohne zu wissen, zu welchem Bild sie der Strich führen mag. Visuell sind die zwei künstlerischen Positionen, die hier auf rund 200 Quadratmetern aufeinander treffen, sehr verschieden. Was sie eint ist der Arbeitsprozess, der den Werken vorausgeht. Hehn und Strauß gehen in ihren Prozessen Risiken ein, lassen sich von dem, was ihnen fremd ist, leiten. Das Unkontrollierbare wird zum lebendigen Widerstand, der den Werken ihre Kraft gibt. (accepting rides with strangers, Duo-Ausstellung Inga Hehn und Esther Strauß, Galerie der Stadt Wels, 2018)